Ashi Studio zeigte „The Beginning“ auf der Couture 2026

Auf der Paris Couture Week 2026 stellte Ashi Studio die Kollektion Spring/Summer 2026 Couture vor und erkundete historische Korsettarbeit und Bezüge zur viktorianischen Trauer.

Caíque Nucci

Text von Caíque Nucci

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Während der Paris Couture Week 2026 im Januar zeigte Ashi Studio die Kollektion Spring/Summer 2026 Couture mit dem Titel „The Beginning“. Die Schau war am 29. Januar Teil des offiziellen Haute-Couture-Kalenders in Paris und kreiste um die Untersuchung viktorianischer Trauerrituale, historischer Korsetttechniken und der zeitgenössischen Bearbeitung von Materialien. Unter den Looks stach Look 14 hervor, ein maßgefertigter Mantel aus ochsenblutfarbenem Krokodilleder, körpernah bis zum Boden gearbeitet, mit hochgestelltem Kragen und offenem Rücken.

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Vom saudischen Designer Ashi gegründet, hat das Haus seine Präsenz in Paris über die vergangenen Saisons hinweg mit einer Sprache gefestigt, die klassische Konstruktion und Materialforschung verbindet. Die Marke wirkt im Kreis der Haute Couture als Atelier, das Überlieferung und Theatralik gegeneinander spannt und dabei oft mit historischen Bezügen und Codes körperlicher Kontrolle spricht. In dieser Kollektion war der Ausgangspunkt die viktorianische Besessenheit von Trauer, Begehren und ästhetischer Disziplin.

Die Kollektion nutzte Korsetttechniken des 18. Jahrhunderts, um Taillen zu schnüren und Silhouetten in Glockenform aufzubauen. Kleider nahmen gerundete Verlängerungen auf, mit Leim behandelte Oberflächen für einen scheinbar nassen Effekt und Trompe-l’Œil-Malereien, die flache Stoffe in illusorische Schleifen und Drapierungen verwandelten. Geflochtenes Haar wurde als Verweis auf viktorianischen Trauerschmuck in die Stücke eingearbeitet, während Schlüssel, mit dem Tod verbundene Schmetterlinge und Wachssiegel als sinnbildliche Elemente auftraten. Ein Teil der Entwicklung entstand gemeinsam mit Fachleuten aus Szenenbild und Haarstyling, die im Kino arbeiten, darunter Teams, die an der Produktion von „Dracula“ beteiligt waren.

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Die Wiederkehr des Korsetts in dieser Saison war eine der Bewegungen, die auf verschiedenen Laufstegen und bei vielbeachteten Veranstaltungen zu beobachten waren. Die strukturierte Silhouette trat erneut als Mittel der Körperzeichnung auf und deutet auf eine sinnbildliche Neubestimmung dieses Stücks im zeitgenössischen Vorstellungsraum. Indem es das Korsett als Element der Macht und nicht bloß der Einschränkung rahmt, sprach Ashi Studio mit einem Markt, der historische Codes unter neuen kulturellen und kommerziellen Lesarten wieder aufgreift.

Im Zusammenhang der Haute Couture, wo Exklusivität und Erzählung Hand in Hand gehen, bekräftigte die Kollektion die Rolle des Ateliers als technisches Labor. Die Verbindung handwerklicher Techniken, verbrannter Oberflächen, experimenteller Applikationen und materieller Illusion machte eine Strategie sichtbar, die auf Unterscheidbarkeit in einem hart umkämpften weltweiten Kalender zielt.

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Die Verschränkung von handwerklicher Überlieferung, historischer Symbolik und technischem Versuch hilft zu verstehen, welche Veränderungen sowohl den schöpferischen Diskurs als auch die Marktposition der Modehäuser betreffen.

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