Michael Heizer bespielt die Gagosian in New York mit neuen Skulpturen

In der Ausstellung Negative Sculpture nimmt der Künstler seine Untersuchung von Raum, Maßstab und Abwesenheit wieder auf, mit Eingriffen, die in den Boden der Galerie eingelassen sind.

Caíque Nucci

Text von Caíque Nucci

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Im Stammhaus der Gagosian in New York versammelt die Ausstellung Negative Sculpture zwei jüngere Arbeiten von Michael Heizer und greift eine Untersuchung auf, die sich über mehr als fünf Jahrzehnte seines Schaffens erstreckt.

Michael Heizer erregte Ende der 1960er Jahre Aufmerksamkeit, indem er die Skulptur aus dem institutionellen Raum herausführte und unmittelbar in der Wüstenlandschaft der Vereinigten Staaten arbeitete. Statt Material hinzuzufügen, begann er, es zu entfernen. Schnitte im Boden, Verschiebungen von Erde und großmaßstäbliche Eingriffe markierten den Beginn einer Praxis, die das Verhältnis von Werk, Territorium und Körper neu bestimmt.

Dieses Denken erscheint in verdichteter Form in Convoluted Line A und Convoluted Line B (2024), entwickelt für den Galerieraum in New York. Beide Arbeiten durchziehen den Betonboden als fortlaufende Linien, in die Oberfläche eingelassen. Auf den ersten Blick lassen sie sich als Zeichnung lesen. Beim Näherkommen offenbaren sie ihre physische Dimension und den Maßstab der Geste.

Auf dem Spiel steht nicht allein die Form, sondern die Art, wie sich der Raum um sie herum ordnet. Die Linien führen den Blick nicht frontal. Sie verlangen Bewegung. Die besuchende Person folgt dem Verlauf über die Zeit, geht das Werk entlang und passt den eigenen Rhythmus der Ausdehnung der Arbeiten an.

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Michael Heizer

Ein solches Verhältnis lag bereits Arbeiten wie Double Negative zugrunde, ausgeführt in Nevada, wo zwei große Aushübe an gegenüberliegenden Seiten einer Schlucht ein Spannungsfeld aufbauen, das sich nur durch die unmittelbare Erfahrung vor Ort erschließt.

In der aktuellen Ausstellung wird diese Logik in die Gagosian hineingetragen, ohne ihre physische Dimension zu verlieren. Der Ausstellungsraum dient nicht mehr bloß als Träger, sondern wird von den Eingriffen aktiviert. Die Arbeiten schließen sich nicht ab. Sie hängen von der Anwesenheit, der Zeit und der Bewegung derer ab, die den Raum durchqueren.

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Über die Ausstellung verteilt helfen auch Zeichnungen aus den 1960er und 1970er Jahren, diesen Werdegang einzuordnen. Sie zeigen bereits ein Interesse an der Linie als Struktur und am Verhältnis von Vollem und Leerem, das sich später ins Dreidimensionale ausweitet.

In Negative Sculpture zeigt Michael Heizer keinen Bruch, sondern eine folgerichtige Fortführung seiner Praxis. Der Maßstab ändert sich, der Zusammenhang ändert sich, doch die zentrale Frage bleibt: wie sich Raum in Werkstoff und der Körper in ein Maß der Erfahrung verwandeln lässt.

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