Otra Objects: wie Rian Davidson konstruktive Überlieferung in Barcelona in zeitgenössisches Design verwandelt

Vom Schiffbauwissen Nova Scotias bis zur japanischen Genauigkeit: Das von Rian Davidson geführte Studio schlägt eine strukturelle Lesart des Möbels vor.

Caíque Nucci

Text von Caíque Nucci

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In Barcelona arbeitet das Studio Otra Objects von einer zentralen Frage aus: Wie lässt sich die Struktur wieder in den Mittelpunkt des Entwurfs rücken? An der Spitze steht Rian Davidson, ein in Nova Scotia, Kanada, geborener Designer, dessen Werdegang Schiffszimmerei, überlieferte europäische Architektur und japanische Bauweise umfasst.

Davidson wuchs in einem Gebiet auf, das vom Bootsbau und von der tragenden Zimmerei in Massivholz geprägt ist. Spruce, Ahorn, Eiche und Birke gehörten zum Alltag. Die Logik der Verbindungen, der Balken und der behauenen Strukturen bildete sein erstes Verständnis vom Bauen. Es war eine Praxis, die mit der Umgebung und mit dem Bedarf verbunden war, weit entfernt von der industriellen Vereinheitlichung, die heute einen großen Teil der weltweiten Fertigung bestimmt.

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In den vergangenen fünfzehn Jahren bereiste der Designer Werkstätten und Bautraditionen in Europa und Japan, um zu verstehen, wie verschiedene Kulturen Fragen von Standfestigkeit, Proportion und Dauer gelöst haben. Er untersuchte Systeme des Wohnungsbaus und beobachtete, wie Techniken aus Klima, Landschaft und lokalen Überzeugungen hervorgehen. Diese Recherche wanderte auf natürliche Weise in das Möbel von Otra Objects, wo jedes Stück von einer architektonischen Logik ausgeht, bevor es seine endgültige Form annimmt.

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Ein unmittelbares Beispiel für diesen Zugang ist der Quadra Chair, in Barcelona von Hand gefertigt. Der Stuhl geht von einer formalen Erkundung aus, die sich am Bauprozess ausrichtet, und ist von einer genauen, beinahe grafischen kantigen Silhouette bestimmt. Gebaut aus Kastanienholz mit PEFC-Zertifikat, ist er in der Ausführung raw für 850 € oder in der Ausführung charred für 950 € erhältlich, beide für längere Haltbarkeit mit Hartwachsöl behandelt. Bemerkenswert ist nicht allein die feste Zeichnung, sondern die strukturelle Klarheit: Die Linien legen das konstruktive Denken offen, das dem Stück zugrunde liegt.

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Die Arbeit des Studios vermeidet das Übermaß. Es gibt keine Zierde und keine formale Geste, die auf den unmittelbaren Effekt zielt. Die Komplexität liegt in den Verbindungen, in den Proportionen und in der Art, wie die Teile aufeinandertreffen. In manchen Fällen ist das Detail sichtbar, in anderen bleibt es zurückhaltend. Im Mittelpunkt steht nicht das Bild des Objekts, sondern die Lösung der Struktur.

Während ein großer Teil des Marktes in schnellen Zyklen und in Serienfertigung arbeitet, ordnet sich die Praxis von Otra Objects in einem anderen Rhythmus. Die Zeichnung entsteht aus dem Material. Die Form folgt der Konstruktion. Der historische Bezug erscheint nicht als unmittelbares Zitat, sondern als aufgenommenes Wissen.

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Das Ergebnis sind Stücke, die einen klaren Sinn für Herkunft tragen. Der kanadische Einfluss zeigt sich in der strukturellen Aufrichtigkeit. Die europäische Überlieferung erscheint im Verständnis von Maßstab und Proportion. Die japanische Disziplin zeigt sich in der Behandlung des Details und in der formalen Zurückhaltung. Nicht als ästhetische Mischung, sondern als technische Fortdauer.

In einem Moment, in dem das Design häufig Verarbeitung und Bild bevorzugt, behandelt Rian Davidson das Möbel als Konstruktion. Und in dieser Entscheidung, strukturell vor oberflächlich, liegt die heutige Bedeutung des Studios.

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A instalação interativa Canvas, desenvolvida pelo artista húngaro Gaspar Battha @gasparbattha e exibida no Zsolnay Light Festival @fenyfeszt

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