Finnland greift den Traum von Nikola Tesla auf und erprobt 2026 die drahtlose Energieübertragung
Finnische Forschende kommen bei Systemen zur Stromübertragung durch die Luft voran und verbinden eine Idee der Vergangenheit mit praktischen Anwendungen, welche die Zukunft der Energie prägen können.
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Text von Caíque Nucci
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Über ein Jahrhundert lang galt die Vorstellung, Strom durch die Luft zu übertragen, als beinahe erfunden. Nikola Tesla hielt es Ende des 19. Jahrhunderts für möglich, Energie ohne Kabel und Drähte zu senden, und führte sogar Lampen vor, die ohne physische Verbindung leuchteten.
Heute rückt dieser alte Traum in Finnland wieder in den Mittelpunkt technischer Forschung, jedoch mit einem entscheidenden Unterschied. Statt freie Energie für alle zu versprechen, richten sich die Forschenden auf konkrete und begrenzte Lösungen: Systeme zur drahtlosen Energieübertragung, die über kontrollierte elektromagnetische Felder industrielle Sensoren, elektronische Geräte und Ausrüstung mit geringer Leistung versorgen können.

Die von diesen Gruppen verwendete Technik beruht auf resonanter elektromagnetischer Kopplung, einem Ansatz, bei dem ein Sender ein elektromagnetisches Feld erzeugt, das ein abgestimmter Empfänger aufnimmt und in nutzbaren Strom umwandelt. Auch wenn dies noch im Stadium des Machbarkeitsnachweises im Labor steht, sind die Folgen für die künftige Energieinfrastruktur weitreichend.
Wichtig ist der Hinweis, dass diese Technik vorerst weder die überlieferten Stromnetze ersetzt noch es erlaubt, Wohnungen oder Städte ohne Kabel zu versorgen. Im Mittelpunkt stehen vielmehr praktische und eng umrissene Anwendungen, bei denen Kabel erhebliche Kosten oder Einschränkungen bedeuten, etwa Sensoren an abgelegenen Orten oder implantierbare medizinische Geräte.
Diese Bewegung spiegelt ein weiteres Muster in der Technik wider: die Neuerfindung alter Begriffe mit heutigen Werkzeugen. Die finnische Erfahrung zeigt 2026, dass die Zukunft der Energie womöglich nicht aus radikalen Umwälzungen entsteht, sondern aus schrittweisen Fortschritten mit tiefen Folgen.
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