Jay Boggo trägt das Marmor‑Cacao am Körper in La Samaritaine auf.
Bis zum 26. August nimmt der brasilianische Künstler und Designer die Pariser Boutique mit vier Stücken ein, die Möbel, Accessoires und Kleidung als Bestandteile einer einheitlichen Studie behandeln.
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Text von Caíque Nucci
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Ein Marmorsessel, eine Ledertasche, ein Paar Tabi-Mules und ein für den Anlass kreiertes Outfit. Die vier Stücke, die Jay Boggo in der La Samaritaine in Paris präsentiert, stammen aus verschiedenen Abteilungen eines Geschäfts und gehören einer einzigen Recherche an.
Der brasilianische Künstler und Designer integriert Brasilien in La Samaritaine, in der Ausgabe Bold Summer, ein Projekt des pariser Geschäfts, das der brasilianischen Kreativität gewidmet ist. Die Saison begann am 7. Juli und läuft bis zum 26. August, und vereint Namen aus Mode, Design, Kunst, Architektur, Schönheit und Gastronomie.
Die Auswahl, die er nach Paris bringt, ist bewusst knapp: der Cacau-Bank aus Pegasus-Marmor, die Cacau-Tasche, der Tabi-Mule und ein komplett für das Projekt entworfenes Outfit. Nebeneinander platziert, beschreiben die vier das Verfahren genauer, als eine ganze Kollektion es könnte.
Eine Frucht, die ihre Skala verändert
In Jays Arbeit ist Kakaobohne weder Muster noch dekoratives Element. Sie ist ein Ausgangspunkt. Die Frucht erscheint als Symbol für Erinnerung, Materie und brasilianische kulturelle Identität und verändert ihre Größe und Funktion, während sie das Atelier durchquert: vom Mobiliar zum Accessoire, von der Skulptur zum Körper
Der Banco Cacau aus Pegasus-Marmor ist das erkennbarste Stück dieser Entwicklung. Er entsteht aus der Neudeutung von Kakao als Symbol für den natürlichen und kulturellen Reichtum des Landes und erhält in der Steingestalt eine skulpturale Lesart, die den Dialog zwischen Natur, Beständigkeit und Objekt sucht.

Vom Mobiliar für den Körper
Die Bolsa Cacau ist die direkte Weiterentwicklung der Bank. Sie bringt eine bereits im Mobiliar vorhandene Untersuchung zum Körper und verwandelt Form, Erinnerung und Brasilianität in ein Gebrauchsobjekt. Die beiden Stücke wurden zum ersten Mal gemeinsam bei der Vernissage der Ausstellung „Ritos“ in der Roca São Paulo Gallery präsentiert, und genau in dieser Nachbarschaft wird die Logik deutlich: Zwischen den beiden ändern sich Maßstab und Auflagepunkt, nicht das Thema.

Was das Tabi-Mule erkennt
Das Tabi-Mule geht von einer Form aus, die historisch mit der japanischen Kultur verbunden ist. Jay beansprucht diese Herkunft nicht. Er nähert die Form seinem eigenen Repertoire an, das von Interesse an Kimonos, Malerei, Gestik und Materialität geprägt ist, und behandelt sie als anerkannte Erbschaft, nicht als lose Referenz. Die Unterscheidung ist im Diskurs dezent und in der Praxis entscheidend.

Ein Look für Paris
Das vierte Stück ist ein kompletter Look, der speziell für die Teilnahme an La Samaritaine kreiert wurde und zugleich mit der Erzählung des Kakaos verknüpft ist. Es ist der Moment, in dem die Forschung den Körper vollständig erreicht und die Annäherung zwischen Mode, Skulptur und Design von einer erklärten Absicht zu einem tragbaren Stück übergeht.


"In La Samaritaine mit Mode- und Designstücken zu sein, ist eine Möglichkeit, verschiedene Dimensionen meiner Arbeit in einem einzigen Raum zu präsentieren. Kakao erscheint als symbolisches Material, aber auch als Erinnerung, Form und Sprache. Ich interessiere mich für diesen Ort, an dem das Objekt gleichzeitig Körper, Haus und Imagination bewohnen kann", sagt Jay Boggo.
Grenzen überschreiten
Die neue Phase der Marke beginnt mit einem Manifest dieses Namens, das weniger als Slogan, sondern eher als Beschreibung einer bereits laufenden Methode dient.
„Ich habe Mode, Kunst und Design nie als getrennte Territorien gesehen. Für mich kann ein Kleidungsstück ein Objekt sein, eine Tasche kann Erinnerung tragen, ein Designobjekt kann Körper haben. Jay Boggo übernimmt das nun direkter: eine Marke, die Sprachen, Materialien und Referenzen mischt, um zu schaffen, ohne sich auf eine einzige Kategorie zu beschränken“, ergänzt der Schöpfer.
In La Samaritaine findet das europäische Publikum diese Forschung, verdichtet in vier Objekten, zwischen Material, Erinnerung und symbolischer Konstruktion, die aus einer zeitgenössischen brasilianischen Produktion stammen.
Dienst
Jay Boggo in Brasilien bei La Samaritaine, Bold Summer Edition.
Periode: 7. Juli bis 26. August 2026.
Ort: La Samaritaine, Paris.
Präsentierte Stücke: Cacau-Bank aus Pegasus-Marmor, Cacau-Tasche, Tabi-Mule und kompletter Look, der ausschließlich für das Projekt kreiert wurde.
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